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Auszugsweise aus: Linda Borrowdale, Hans-Ulrich Glaser und Thomas Teufel "Zwischen Gelchsheim und Rodheim: Neolithische Gräber und metallzeitliche Siedlungen im Gollachgau"

Das archäologische Jahr in Bayern 2015, Seite 44-46

Zwischen Rodheim und Gelchsheim wurde seit Sommer 2015 eine Fernwasserleitung neu verlegt, von der auch ein Strang von Gülchsheim nach Hemmersheim abzweigt. Da auf dieser Strecke im siedlungsgünstigen Gollachgau Bodendenkmäler bereits bekannt waren und bei den erforderlichen Bodenabträgen von 8 m Breite mit weiteren zu rechnen war, beauftragte die Fernwasserversorgung Franken eine Grabungsfirma mit der systematischen archäologischen Begleitung.

Eine Besonderheit unter den Bestattungen stellt der südlich von Gülchsheim aufgedeckte
Befund 395 dar (Abb. 51).

SkelettGuelchsheim

Hier wurde ein menschliches Skelett in einer Kegelstumpfgrube innerhalb eines hallstattzeitlichen Siedlungsbereiches vorgefunden. Aufgrund der für Bestattungen untypischen Lage mit nach hinten verdrehtem Kopf sowie der Auffindung
in einer Siedlungsgrube ist anzunehmen, dass der Tote eher pietätlos entsorgt als in einer feierlichen Bestattungszeremonie niedergelegt worden ist. Im Bereich der Füße befand sich eine Silexpfeilspitze mit abgebrochener Spitze. Möglicherweise bringt eine anthropologische Untersuchung hier weitere Erkenntnisse.